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Handirk |
Grafschafter Sitzstock |
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Der Wanderstock macht heute nur noch einen geringen Teil der Produktion aus. Da er den Bekanntheitsgrad der Grafschafter Stöcke erst ermöglichte, aber auch weil seine Fertigung die bei weitem originellste und interessanteste ist, soll hier das "Betriebsgeheinnis" seiner Herstellung gelüftet werden. Eine erstaunliche Anzahl verschiedener Arbeitsgänge ist nötig, um das fertige Produkt in der Hand zu halten. |
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Zunächst wird der gut abgelagerte Stock im Bereich der Wurzel, der späteren Krücke also, durch seitliches Beschneiden auf der Bandsäge auf die Stärke des "Schusses" gebracht. Da der Wurzelteil nicht immer exakt rechtwinklig ansetzt, werden die meisten Stöcke im "Schuß" noch nachgebogen, nachdem sie im Wasserdampf vorher geschmeidig gemacht werden. Mit Hilfe eines Drahtbügels werden die so gebogenen Stöcke in der rechtwinkligen Stellung gehalten und drei Tage lang getrocknet; danach hält diese Form. |
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So vorbereitet werden die Stöcke in einem weiteren Arbeitsgang erneut auf der Bandsäge (6 mm Band) beschnitten: Die seitliche Rundung der Krücke wird nach Schablone ausgeschnitten. |
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Nächster Arbeitsgang ist das schon erwähnte "Behen" oder "Beggen". Die Stöcke werden in der Trockenkammer heißem Wasserdampf ausgesetzt und im geschmeidigen Zustand mit Hilfe des Richtbocks gerade gebogen. So begradigt stehen dann bis zu 120 Stöcke gleichzeitig mit der Krücke nach unten für zwei Tage bei einer Temperatur von 50 bis 60 C auf dem Ofen im Trockenraum. |
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Der so vorbereitete Stock gelangt nun in die eigentliche Werkstatt, wo er im Bereich der Krücke zuerst mit der Raspel von größeren Unebenheiten befreit und in einem weiteren Arbeitsgang gefeilt wird. Kleine Fehler an der Krücke oder fehlende Rinde am "Schuß" werden ausgebessert, und als Feinarbeit wird die Krücke dann noch einmal mit der Hand oder auch mit einer Schleifscheibe geschliffen. |
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Zuletzt wird die Krücke noch einmal gewässert und luftgetrocknet, um die dadurch aufgebrochenen Poren ein letztes Mal mit feinem Schleifpapier abzuschleifen. Erst jetzt wird die Krücke mit gelber Spiritusbeize gebeizt, der ganze Stock mit einer Grundierung überzogen und dann zweimal mit einem farblosen Spezialstocklack, der bei Erwärmung in der Hand nicht aufweicht, überzogen. |
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Letzter Arbeitsgang ist das Schneiden des Stockes auf die richtige Länge und das Anbringen einer Metallspitze. Die richtige Länge des Stockes ist in der Regel die halbe Körpergröße seines Trägers, was zur Folge hatte, daß diese letzte Arbeit vielfach erst beim unmittelbaren Verkauf des Stockes vorgenommen wird. |
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Beim Versand werden die Stocklängen vom Abnehmer stets angegeben, wobei häufig wohl nicht allein schon bestellte Ware geordert wird, sondern ein Sortiment verschiedener gängiger Größen. Für den alten Handirk, den zweiten Inhaber des Betriebes, ist das Zuschneiden eines Stockes auf die richtige Länge immer ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt beim Stockverkauf gewesen. |
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